Informationsabend zum Thema Wolf in Mendorf
Am 8. Januar 2026 fand im Dorfgemeinschaftshaus Mendorf ein gut besuchter Informationsabend zum Thema Wolf statt. Ziel der Veranstaltung war es, die Bevölkerung sachlich über die aktuelle Situation, jüngste Sichtungen im Raum Mendorf und Umgebung sowie über rechtliche und praktische Fragen im Umgang mit dem Wolf zu informieren.
Breite Beteiligung aus Politik, Behörden und Gesellschaft
An dem Abend nahmen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Organisationen teil, darunter Initiatorin Tanja Schorer-Dremel, MdL, Landrat Alexander Anetsberger, stellvertretender Landrat Bernhard Sammiller, Bürgermeister Hummel (Altmannstein) sowie mehr als zehn Mitglieder des Marktgemeinderats.
Fachlich begleitet wurde die Veranstaltung vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU), vertreten durch Herrn Mezovsky (Fachstelle Große Beutegreifer) und Herrn Wolf (Sachgebietsleiter), sowie von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Eichstätt. Auch Polizei, Jägerverein, Presse sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen und dem Kindergarten waren anwesend. Die Bewirtung übernahm der Schützenverein Edelweiß.
Aktuelle Lage im Landkreis Eichstätt
Landrat Anetsberger berichtete über die jüngsten Entwicklungen: Nach längerer Zeit ohne relevante Nachweise kam es Ende 2025 erneut zu bestätigten Sichtungen, unter anderem durch Verkehrsunfälle und ein öffentlich bekanntes Video. Besonders der Köschinger Forst steht dabei erneut im Fokus. Aktuell gibt es Hinweise auf Jungtiere. Die Untere Naturschutzbehörde spielt bei der Bewertung der Situation und möglicher Maßnahmen eine zentrale Rolle.
Fachliche Einordnung durch das LfU
In seinem Vortrag erläuterte Herr Mezovsky die Aufgaben der Fachstelle Große Beutegreifer sowie die aktuelle Situation in Bayern: Derzeit leben rund 50 Wölfe im Freistaat, verteilt auf 11 bestätigte Territorien. Für die Region Mendorf wurde ein mögliches Szenario aus Rudelbildung oder Zuwanderung eines weiteren Tieres dargestellt. Derzeit liegt kein auffälliges oder aggressives Verhalten vor.
Thematisiert wurden zudem das natürliche Verhalten des Wolfs, die Fortpflanzungszeit sowie klare Empfehlungen für das richtige Verhalten bei Begegnungen. Grundsätzlich gilt: ruhig bleiben, nicht weglaufen und sich langsam zurückziehen.
Prävention, Förderung und Zuständigkeiten
In der Fragerunde standen besonders der Schutz von Nutztieren und Fördermöglichkeiten im Mittelpunkt. Für Mendorf besteht eine Förderkulisse, etwa für geeignete Pferdezäune. Entschädigungen bei Nutztierrissen setzen jedoch voraus, dass die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen eingehalten wurden.
Sichtungen sollen an die Gemeinde Altmannstein gemeldet werden, in akuten Fällen an die Polizei.
„Der Wolf ist Teil unserer Natur – aber der Schutz der Menschen, der Nutztiere und der ländlichen Lebensweise hat Vorrang. Wir setzen auf Fakten, Prävention und klare Regeln – und handeln, wenn es notwendig ist.“ (Tanja Schorer-Dremel, MdL)
